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Il quaderno con due grafie

QCER B2333 parole

Als wir die Wohnung meines Großvaters auflösten, fand ich in einer Küchenschublade ein schmales Heft. Auf dem Umschlag stand nur „Garten“. Ich kannte seine ordentliche Handschrift und erwartete Listen mit Pflanzzeiten. Die ersten Seiten bestätigten meine Vermutung. Neben Monatsnamen standen kurze Anweisungen. Dazwischen hatte jemand mit blauer Tinte Fragen geschrieben, in einer Schrift, die weniger gleichmäßig war. Ich nahm an, dass mein Großvater das Heft später ergänzt hatte, als ihm das Schreiben schwerer fiel.

Meine Tante betrachtete die blauen Zeilen lange. Dann sagte sie, dass diese von meiner Großmutter stammten. Die beiden hätten den Garten gemeinsam geplant, bevor die Großmutter krank geworden sei. Ich erinnerte mich nur an einen Garten, in dem mein Großvater arbeitete und meine Großmutter am Fenster saß. Aus diesem späten Bild hatte ich eine Geschichte über viele Jahre gemacht. Das Heft passte nicht dazu: „Warum so weit vom Haus?“ stand neben einem Beetplan. Weiter unten antwortete die ordentliche Schrift: „Weil dort länger Sonne ist.“

Ich wollte die Seiten fotografieren und als Beweis dafür an meinen Bruder schicken, dass wir den Garten falsch in Erinnerung hatten. Meine Tante hielt mich zurück. Unsere Erinnerungen seien nicht falsch, sagte sie; sie zeigten eine andere Zeit. Außerdem sei nicht jede Frage meiner Großmutter ein Einwand gewesen. Manchmal habe sie etwas wissen wollen, manchmal einen Vorschlag vorbereitet. Ich las weiter. Neben „Wozu noch Bohnen?“ stand nicht die erwartete Erklärung meines Großvaters, sondern in derselben blauen Schrift: „Für die Nachbarin, sie kann dieses Jahr nicht säen.“

Am Ende legte ich das Heft nicht zu den sachlichen Unterlagen, sondern zu den Briefen. Das war keine sichere Aussage darüber, wie meine Großeltern miteinander gelebt hatten. Dafür fehlten mir zu viele Jahre. Aber es veränderte, wonach ich suchen wollte. Statt eine bisher übersehene Hauptperson zu bestimmen, wollte ich die Gespräche zwischen ihnen erkennen. Als mein Bruder später anrief, erzählte ich ihm zuerst von den beiden Antworten. Das Wort „Beweis“ benutzte ich nicht mehr. Ich fragte, ob er sich an die Nachbarin erinnerte, für die die Bohnen gedacht waren.

Parole che forse non conosci

  • auflösensvuotare una casa
  • Beetaiuola
  • säenseminare

Domande

Si risponde con il testo davanti. Non è memoria: è capire.

  1. Welche Annahme muss die erzählende Person zuerst korrigieren?

    Die blaue Schrift gehört der Großmutter, nicht dem älter gewordenen Großvater. — Attribuiva entrambe le grafie al nonno; la zia identifica quella blu come della nonna.

  2. Was meint die Tante mit der Aussage, die Erinnerungen seien nicht falsch?

    Ein später beobachteter Zustand darf nicht auf die gesamte gemeinsame Geschichte übertragen werden. — I ricordi descrivono un periodo successivo; l’errore è trasformarlo in tutta la storia.

  3. Welche Bedeutung hat die Antwort zur Nachbarin in derselben blauen Schrift?

    Eine Frage kann das eigene Vorhaben der Großmutter einleiten statt Widerstand auszudrücken. — Lei domanda e risponde: lo scopo solidale può essere suo, non un’obiezione a lui.

  4. Was kennzeichnet die Veränderung zwischen dem geplanten Versand und dem letzten Anruf?

    Eine vorschnelle Widerlegung wird durch eine offene Frage nach weiterem Zusammenhang ersetzt. — Passa dall’inviare una prova conclusiva al chiedere contesto senza annullare ricordi precedenti.

  5. Warum legt die Person das Heft zu den Briefen?

    Die Seiten werden nun auch als Spuren eines Gesprächs zwischen den Großeltern gelesen. — Il quaderno parla ancora del giardino, ma interessa come scambio tra due persone.

  6. Welche Aussage lässt sich aus dem Fund nicht ausreichend begründen?

    Spätere Gartenarbeiten folgten vor allem den Plänen der Großmutter. — Il quaderno attesta partecipazione, ma non come lui organizzò il lavoro anni dopo.

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